Montag, 1. September 2014

Tag 199: Smardzewice - Zduńska Wola, 90 km

Heute früh habe ich das reichlichste Hotelfrühstück der gesamten Tour bekommen. Ich habe es einfach nicht geschafft und musste die Hälfte zurückgehen lassen. Über Nacht hatte es ordentlich geregnet, aber tagsüber war es trocken - auch wenn es die ganze Zeit bedeckt war. Es war gerade noch warm genug, um im T-Shirt zu fahren. Zusammen mit einer flachen Strecke waren es also ideale Bedingungen und dementsprechend rollte es auch sehr gut.

Die erste Stadt, durch die ich fuhr, war Piotrków Trybunalski. Den Beinamen Trybunalski hat sie bekommen, weil sie im Jahre 1578 Sitz des Krontribunals, des obersten Gerichts in Polen, wurde. Beim Durchqueren der Stadt ist mir ein Kaufhaus mit dem Namen "Alter Arrest" aufgefallen, das offensichtlch in einer alten Strafanstalt eingerichtet war. Ich fand das ziemlich passend für eine Stadt mit Trybunalski als Beinamen!


Nach etwa 55 Kilometern habe ich Mittagspause gemacht. Hier habe ich das größte Schnitzel der Tour bekommen, es passte kaum auf den Teller. Und das, nachdem ich schon 6 Pieroggen nach russischer Art als Vorspeise gehabt hatte! Diesmal habe ich aber nicht kapituliert und nur ein paar Kartoffeln liegen lassen.


Am Zielort habe ich den letzten Kettenwechsel der Tour durchgeführt. Ich habe ja sauber Buch geführt über meine Kettenwechsel und jetzt Kette A aufgezogen, die etwa 700 Kilometer weniger auf dem Buckel hat als Kette C. Diesmal habe ich zum ersten Mal die Länge der beiden Ketten verglichen: Erstaunlicherweise war Kette A deutlich sichtbar länger als Kette C, obwohl sie weniger Laufleistung hatte. Das hat mich vor einen Gewissenskonflikt gestellt: Sollte ich jetzt die gerade runtergenommene Kette C wieder aufziehen? Oder sollte ich bei meinem System bleiben? Ich habe mich für das System entschieden, einfach um auszuprobieren, ob es bis nach Hause durchhält. Hoffentlich bereue ich es nicht! Und für das nächste Mal: Vielleicht sollte ich doch eine Schublehre mitnehmen, um die Kettenlänge zu messen!



Kommentare:

  1. Hallo Jan,
    interessant, es gibt also ein nächstes mal. Hast Du schon ein Ziel im Auge? Wie wäre es mit Kapstadt?
    Aber Spaß beiseite, ich wünsch Dir für die letzten Meter alles Gute und die Mail an Dörte hab ich schon geschrieben.
    Bis nächsten Freitag.
    Gruß Christian

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  2. Hallo Christian,

    man muss ja so aufpassen, was man schreibt! Eine solche Radtour wird es jedenfalls nicht so schnell wieder geben, aber trotzdem überlegt man ja, was man hätte besser machen können. Wenn wir gesund sind, werden Dörte und ich in 4 Jahren gemeinsam eine große Reise machen. Vielleicht gibt es dann ja E-Bikes mit einer Reichweite von 200 Kilometern, aber eigentlch soll es nicht mit dem Fahrrad losgehen. Eher so wie in dem Blog www.der-nase-nach.ch: Mit Bussen entlang der Seidenstraße ...

    Gruß und bis nächsten Freitag
    Jan

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