Samstag, 5. April 2014

Tag 50: El Puerto de Santa Maria - Tarifa, 127 km

Heute früh habe ich das mit dem Schwimmen im Atlantik tatsächlich durchgezogen. 50 Schwimmzüge sind es geworden, dann war mir das Wasser mit ca. 15 Grad doch etwas zu kalt.


Wir haben heute ausgiebig und lang gefrühstückt, weil mit angesagten 109 Kilometern eine relativ leichte Etappe anlag. So bin ich erst um 11 Uhr gestartet. Die spannende Frage war, wie ich mich durch das Gewirr von vierspurigen Straßen südlich von El Puerto durchschlagen konnte. Erstaunlicherweise klappte das heute super, wenn auch mit einigen Umwegen. Zunächst bin ich durch einen Naturpark gefahren, der an stillgelegten Salzgewinnungsanlagen angelegt war.


Dann ging es an einer Strandpromenade entlang. Als ich schließlich doch an einem Autovia-Schild kehrtmachen musste, fand ich eine Alternative auf einem ausgeschilderten Wanderweg durch den Wald, der gut befahrbar war. Insgesamt kam ich aber doch sehr spät erst gegen 16 Uhr am Treffpunkt unterhalb von Vejer nach 67 Kilometern an. Dort warteten dann Anke und Martin auf mich und hatten das Besuchsprogramm für mich schon vorbereitet. Das Mittagessen (Falafel, lecker!) bekam ich während der Fahrt auf den Berg in die Hand gedrückt, das Parkhaus nahe am Stadtzentrum war schon ausgeguckt (zu Dörtes Beruhigung: 2,20 m Höhe!) und los ging's mit dem Stadtrundgang.


Vejer liegt auf einem Berg und man merkt deutlich, dass diese Stadt maurischen Ursprungs ist. Es hat eine vollständig erhaltene Stadtmauer um die Altstadt, aber auch die neuen Häuser sind dem alten Stil angepasst gebaut. Immerhin hat der Ort 13000 Einwohner! Wir sind bis zum Kastell hochgegangen und konnten von dort sogar die ca. 70 Kilometer entfernten Berge Afrikas schon sehen. Martin meinte nur kurz: "Dann können wir ja jetzt umkehren!"


Es blieb noch Zeit für eine Tasse Tee, dann machte ich mich um 17:15 Uhr auf den Weg für die letzten 48 Kilometer bis zum Zeltplatz. Nach dem Blick oben vom Berg in Vejer hatte ich mächtigen Respekt davor, denn es waren sehr viele Hügel zu sehen. Die Straße schlängelte sich aber geschickt dazwischen durch, es war gar nicht so schlimm. So kam ich gegen 20 Uhr am Zeltplatz an. Die letzten Kilometer konnte man die Berge Afrikas schon zum Greifen nahe sehen - das fand ich echt cool! Deshalb bestand ich nach der Ankunft darauf, gleich noch weiter bis zur Spitze, der Punta de Tarifa, zu fahren. Das gibt's nur hier: Einen Damm, bei dem von rechts Atlantikwellen gegenrollen und von links das Mittelmeer gegenplätschert!


Morgen machen wir einen Tag Pause und fahren nach Afrika rüber, um den Kontinent auf unsere Geocacher-Map rot zu färben. Auf Ankes Vorschlag hin schalte ich das Tracking-Device diesmal am Pausentag nicht aus, für den Fall dass wir entführt werden. Wenn wir uns also nicht zu den zwei Caches in der Umgebung von Tanger bewegen, dann ist was komisch!

Anmerkungen von Anke und Martin:
In Andalusien werden schon mal Reiter von Autofahrern nach dem Weg gefragt...


PS: Ich habe übrigens einen Schlafplatz mit Afrikablick. Echt cool!



Kommentare:

  1. Hallo Jan,
    achte auf Delphine wenn Du nach Afrika rüberfährst.
    Michael H.

    AntwortenLöschen
  2. Liebe Grüße aus der Nähe von Bargteheide. Habe den Bericht in der Stormarner Beilage gelesen und seither verfolge ich die Tour.
    Besonders achte ich auf die Positionsdaten. Warum schreibe ich später. Laut Tourplan kommt ihr in Estepona direkt am Jachthafen vorbei.An einem Foto des Jachthafens bin ich interessiert. Joachim

    AntwortenLöschen