Sonntag, 9. März 2014

Tag 23: Grayan et L'Hôpital - Biganos, 121 km

Heute früh saß ich rotz des Zeltabbaus schon um 8:30 Uhr auf dem Fahrrad. Ganz trocken war das Zelt zwar noch nicht, aber es gab wesentlich weniger Tau als gestern. Die heutige Strecke hatte ich mehrfach neu geplant und dabei die Liste der Campingplätze bedacht, die um diese Zeit schon geöffnet haben. Vigo hatte mir den Radweg an der Küste empfohlen und den wollte ich auch ausprobieren. Das Problem dabei ist: Die Strecke wird länger, so waren für heute ursprünglich 133 Kilometer geplant. Wenn länger auch schöner ist, dann ist das aber OK. Und es war OK!

Es begann mit einem Radweg neben einer Straße, auf der praktisch kein Auto fuhr. Das mag im Hochsommer aber natürlich anders sein. Es war jedenfalls superruhig und rollte schon mal gut.


Ich folgte dem Weg immer weiter nach Süden und irgendwann stellte ich fest, dass ich von dem markierten Radweg abgekommen war. Dafür befand ich mich auf einer praktisch autofreien Forststraße, die noch besser asphaltiert war. Und sie machte die unnötigen Schlenker des Radweges nicht mit, was schon mal wieder 5 Kilometer einsparte!


Bis Lacanau-Océan habe ich dann auch nochmal 10 Kilometer kaum befahrene normale Landstraße gehabt. Ich habe dort in einer Bar draußen sitzend eine Pizza gegessen. Irgendwas muss ich falsch gemacht haben, denn ich wurde am langsamsten bedient. 90 Minuten Aufenthalt für eine Pizza sind ein wenig lange! Es war übrigens so warm, dass ich am Nachmittag auf meine Jacke verzichten konnte.

Ab Lacanau-Océan wird der Radweg noch besser! Er ist fast durchgehend auf 35 Kilometer asphaltiert und führt direkt hinter den Dünen durch die Kiefern- und Pinienwälder. Außerhalb der wenigen Strandzonen begegnet man nur sehr vereinzelt Radfahrern und Spaziergängern.


Ich habe lange überlegt, ob dieser Radweg den tollen Radweg in Litauen auf der kurischen Nehrung von Platz 1 verdrängt, aber ganz am Ende hat der Weg dann doch in der B-Wertung gepatzt: Zunächst fuhr ich an mehreren Jägern mit roter Warnweste vorbei, die offensichtlich eine Treibjagd absichern sollten. Sie riefen nur: "Trés vite, trés vite!" Ich sollte mich also beeilen und war ganz froh, selbst eine rote Warnweste zu tragen. Und dann - schon im Angesicht der sicheren Straße - musste ich bremsen!


Zwei dort wartende Radfahrer berichteten mir, dass die Überflutung ca. 30 Zentimeter tief war. Eindeutig zu tief für meine Vorderrad-Gepäcktaschen (eine davon hat ja schon ein Loch!) und zu tief um durchzuradeln. Ich habe dann kurzerhand meine Schuhe und Strümpfe ausgezogen und die Jeans und die lange Unterhose hochgekrempelt. Die vorderen Gepäcktaschen habe ich abgenommen und dann watend das Fahrrad durchgeschoben. Nicht gerade gut für Nabendynamo, Tretlager und Kette, aber alles scheint noch zu funktionieren.


Auf den nächsten 20 Kilometern erwartete mich entlang des Bassin d'Arcachon ein weiterer toller Radweg. Offensichtlich eine alte Bahnstrecke, die mit superfeinem Asphalt versehen wurde - einfach exzellent. Der Weg ist übrigens stark frequentiert von Radfahrern und Spaziergängern, weil er mehrere Ortschaften verbindet.


Als ich dann laut Plan von diesem Radweg abbiegen sollte, um noch 12 Kilometer zum nächsten offenen Zeltplatz zu fahren, der Super-Radweg aber geradeaus weiterging und eher meiner allgemeinen Richtung entsprach, habe ich mich spontan entschlossen, bis Biganos weiterzufahren. Das Navi hat dort ein Hotel für mich gefunden - mit Selfservice-Rezeption. Hat aber anstandslos geklappt mit meiner Kreditkarte.



Kommentare:

  1. Hallo Jan,
    warst Du nicht in der gleichen Pizzeria in Lacanau-Océan, in der wir vor fast 3 Jahren waren?
    Bei Google Street View kann man Dein Hotel übrigens nicht nur von der Straße aus sehen, sondern Dir bis in den Frühstücksraum folgen. ;-)
    Viele Grüße, auch an Dörte,
    - Burkhard

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    1. Hallo Burkhard,

      fast war es dieselbe Pizzeria. Sie war in Sichtweite aber noch geschlossen. Ist halt noch Vorsaison ... Und jetzt gehe ich frühstücken, live wird Google Streetview das wohl nicht übertragen!

      Liebe Grüße
      Jan

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