Freitag, 21. März 2014

Tag 35: Santiago de Compostela - Oia, 137 km

Heute Vormittag war es nach langer Zeit mal wieder richtig nass. Kein Pladder-Regen, sondern ein Nieseln von der Sorte, dass man schon nach fünf Minuten spürt, wie das Regenwasser von der Regenjacke auf die Oberschenkel der Jeans läuft. Im Gegensatz zur Normandie war es hier mit 10 Grad aber etwas wärmer. Die Füße waren also nur nass und nicht wirklich kalt.


Mein erstes Ziel war Pontevedra - hier habe ich mein Fahrrad einmal quer durch die Fußgängerzone in der Innenstadt geschoben. Was soll ich sagen - hübsch, aber alles nass! Ärgerlicherweise hat danach auch mein Fotoapparat wegen Nässe aufgegeben. Er fotografiert aber nach dem Trocknen schon wieder, nur die Schlieren im Display sind noch nicht weg ...


Das nächste Ziel war Vigo und dafür hatte ich mir mehrere Routen zurechtgelegt. Eigentlich wollte ich ein Stück mit der Fähre fahren, weil man dort tolle Fotos machen könne. Mit defektem Fotoapparat und bei regnerischem Wetter machte das aber keinen Sinn und so bin ich 7 Kilometer länger auf dem Landweg dorthin gefahren. Sowie ich Vigo erreichte, kam auch plötzlich die Sonne zum Vorschein.

Ich habe mich dort mit Dörte und Alberto getroffen. Alberto hat von meiner Radtour über ein spanisches Radfahrer-Forum erfahren und schon vor einer Woche Kontakt mit mir aufgenommen. Wer Spanisch versteht, kann ja mal hier lesen. Interessant sind die Beiträge ab #2856 , auch noch auf den Folgeseiten. Albertos Nickname ist Caneco. Was mir besonders gefiel, war die Erwähnung von McGyver. Notspeichen, Kabelbinder und Gewebeband, sie leben hoch, denn sie halten eine Radtour am Laufen!


Alberto hat mich heute die letzten 45 Kilometer begleitet und mir dabei auch den besseren Weg gezeigt. Kurz vor Baiona gesellte sich dann mit Oscar ein weiterer Forumleser als Begleiter hinzu.


Wir fuhren direkt an der Küste entlang, es gab kaum Steigungen. Und immer wieder gab es tolle Ausblicke auf Strände, Wellen (keine Monsterwellen!) oder vorgelagerte Inseln.


Die Straße hat hier - was eher selten für Spanien ist - einen richtigen Radweg. Teilweise wird er sogar getrennt von der Straße geführt und er ist richtig gut asphaltiert.


Hier sind wir die einzigen Gäste in unserem Hotel. Dörte gilt inzwischen als gut Spanisch sprechend. Ich dagegen muss gleich nochmal die Planung für morgen revidieren: Die Fähre nach Portugal fährt wegen Niedrigwassers erst am späten Nachmittag. Das bedeutet wohl 25 Kilometer Umweg ...

Anmerkungen von Dörte:
Dass ich als diejenige gelte, die "gut" spanisch spricht, liegt daran, dass Jan mir das Reden überlässt und dass die Leute immer sehr freundlich sind. Und notfalls sind die Tischtücher meist aus Papier und können daher zum Schreiben und Malen benutzt werden.

Kommentare:

  1. Hallo Jan, viele Grüße aus dem Schwarzwald. Wie ich sehe, kommst Du immer weiter nach Süden in immer wärmere Gegenden: die Füße sind nur noch nass statt kalt und nass. Wenn das mal kein Fortschritt ist :-)
    Ich wünsche Dir weiterhin gute Fahrt,
    ciao,
    der Falko.

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  2. Hallo Jan, schön zu sehen, dass Dir dieser Blog zusätzliche Mitradler gebracht hat. Auch wenn ich da sicher gegen einen Wand rede. Es soll ja so sein dass die Menscheit nach der Jeans auch noch das Goretex erfunden hat aber mann muss ja nicht jede technische Neuerung mitmachen damit mann trocken bleibt. Vieleicht hätte solch eine Goretexregenhose ja eine Chance dich vor Regen zu bewaren wenn sie mit Prozessor, Software und GPS bestückt ist. Aber so lange musst Du wohl noch Nass weiterradeln. Viele Grüße Matthias

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    1. Hallo Matthias,
      da habe ich nun schon die guten Gärtner-Allwetterklamotten an und das ist immer noch nicht genug? Naja, ich hätte die Gärtnerhose dazu hervorkramen können, aber dazu war ich zu faul (oder es war noch nicht kalt genug ...)

      Liebe Grüße
      Jan

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  3. Hallo Herr Rüten-Budde,
    mein Mann ist ein Kollege von Ihnen und hielt mir neulich Ihre Visitenkarte vor die Nase ... Jetzt verfolge ich jeden Tag gespannt Ihre Fortschritte im Blog und wünsche weiterhin viel Spaß und gutes Vorankommen!
    Viele Grüße,
    Annika Ollmann

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    1. Hallo Frau Ollmann,
      ich freue mich über jeden, der ein bisschen mitfiebert! Danke für die guten Wünsche!

      Grüße aus Porto
      Jan Rüten-Budde

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