Mittwoch, 19. März 2014

Tag 33: Vilalba - Santiago de Compostela, 106 km

Heute war ein eher leichter Tag angesagt, weil der Startort circa 200 Höhenmeter über dem Zielort lag. Trotzdem ging es kräftig auf und ab, aber es gab keine wirklich langen Anstiege, nur lange Abfahrten. Die Landschaft war nicht spektakulär, aber es war eine hübsche Wald- und Heidelandschaft mit einer einsamen Schnellstraße.


Gestern sind wir aus Asturien in die Provinz Lugo gekommen (die Brücke war die Grenze) und heute haben wir die Provinz "A Coruña" erreicht. Beide Provinzen gehören zur autonomen Region Galicien, deren Hauptstadt Santiogo ist. "A Coruña" ist übrigens Galizisch und der offizielle Name der Provinz und der Stadt, so steht es auch auf allen Straßenschildern. Auf Spanisch sagt man "La Coruña".


Seit der französischen Grenze hat mich die Straße N-634 begleitet, ich habe sicher dort die meisten Kilometer zurückgelegt. Wenn sie nicht gerade mal verschwunden oder zur Autobahn mutiert ist, war sie ein guter Begleiter. Bei Kilometer 700 habe ich ein Abschiedsfoto gemacht.


Kurz darauf verschwand die N-634 dann auch wieder plötzlich in einem Kreisverkehr. Meine Planung wollte mich dann auf die Autobahn schicken - das ging natürlich nicht. Die einzige andere Straße am Kreisverkehr führte Richtung Lugo - die völlig falsche Himmelsrichtung. Dann kam mir der Jakobsweg zuhilfe: Plötzlich entdeckte ich ein Schild "Camino de Santiago" mit Symbolen für Fußgänger und Radfahrer. Das war die Rettung und so bin ich einige Kilometer auf dem Wanderweg gefahren.


In Santiago angekommen wurde ich vom Gastwirt gleich auf der Straße abgefangen. Das Hostal ist eher schwierig zu finden und so war ich sehr dankbar dafür. Dörte hatte ihm eine der Visitenkarten gegeben, so hat er mich gleich erkannt. Das Fahrrad habe ich hier hochkant in den Lift gestellt und im dritten Stock mit aufs Zimmer genommen. Das ist ungewöhnlich, aber bei dem großen Zimmer gar kein Problem. Und es war sehr praktisch, denn heute stand wieder ein Kettenwechsel an.


Morgen ist ein Pausentag angesagt, deshalb bleibt das Tracking-Device ausgeschaltet.

Anmerkungen von Dörte
Nachdem mein Navi mal begiffen hatte, dass ich keine Autobahnen fahren will, führte es mich auf kleinste Straßen. "Neuberechnung in Gang" ist mein ständiger Begleiter. Eine dieser Straßen war dann auch blockiert durch den fahrenden Fischverkäufer. Die Dörfer werden hier durch diese kleinen Wagen mit allem Nötigen versorgt.


Jan hat eine prima Unterkunft ausgesucht. Habe dreimal nachgefragt, bis ich die Kneipe gefunden habe, die den gleichen Namen wie das Hostel hat. "Ah, Senora Jan!" Dann wurde ich gefragt, wie ich meinen Kaffee trinke und ob ich lieber Kuchen oder Toast esse. Nachdem mir Beides serviert wurde, durfte ich dann irgendwann auch ins Zimmer.

Kommentare:

  1. Lieber Jan
    Da Du weit mehr als die vorgeschriebenen 200 km mit dem Rad gefahren bist, könntest Du Dir eigentlich im Pilgerbüro Deine Compostela abholen.
    Allerdings erwarten die als Nachweis für Deinen Weg lauter Stempel von Kirchen und Unterkünften in einem sogenanntem Credential. Aber vielleicht gilt heute ja auch ein Blog.
    Weiterhin Buon Camino wünscht Elke
    Ps: Hast Du den Eucalyptus gerochen, als Du durch den Wald fuhrst ?

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    1. Hallo Elke,

      nein, ich habe keinen Eucalyptus gerochen. Das mag an der Jahreszeit oder an der Gegend gelegen haben oder Dörte hat mit Ihrer Vermutung doch recht: "Wer wie 'n Iltis stinkt, der kann doch nichts anderes mehr riechen!" Fand ich ncht so nett ausgedrückt, aber die Dusche nach dem Radfahren ist schon ein Segen!

      Liebe Güße Jan

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  2. Hallo Jan,

    holst Du Dir heute auch La Compostela (die Pilgerurkunde)? Die Mindestvoraussetzung für die Anreise hast Du jedenfalls um mindestens das 15-fache übertroffen. Es gibt wohl auch eine säkulare Variante ;-) , die die eine „kulturelle Wallfahrt“ bescheinigt.

    Liebe Grüße auch an Dörte,
    - Burkhard

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    1. ah, da war ich zu langsam mit dem Abschicken. Hallo Elke.

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  3. Hallo Burkhard
    Dafür hätte ich ohne Deinen Kommentar gar nicht gemerkt, das Jan in dem gleichen Ort war, wo wir damals Pizza gegessen haben.
    Gruß, Elke

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