Donnerstag, 13. März 2014

Tag 27: Pausentag in Bilbao

Wir sind heute früh getrennt ins Zentrum gefahren, weil ich ja das Fahrrad mit zur Werkstatt nehmen musste. Dörte ist dagegen mit dem Zug gefahren. Ich hatte mir gestern Abend noch Adressen von Fahrradwerkstätten rausgesucht, die am Morgen gleich noch durch 2 weitere ergänzt wurden, die Wim und Sabine aufgrund des Blogs spontan ermittelt hatten. Das fühlte sich gut an, noch ein paar Möglichkeiten in Reserve zu haben. Aber gleich die erste Werkstatt machte einen guten Eindruck und mit etwas Überredungskunst waren sie auch bereit, das Rad heute noch neu einzuspeichen. Um 20 Uhr sollte ich es abholen.

Um 10:30 Uhr haben wir uns in einem Café gegenüber dem Guggenheim-Museum zum Frühstück in der Sonne getroffen. Im Museum gab es dann die Werke von 3 Künstlern zu sehen: Richard Serra (Stahlwände, die so schief sind, dass man unwillkürlich in einen Seemannsgang verfällt), Ernesto Neto (brasilianischer Künstler, der viel mit Stoffen und Netzen in seinen Installationen macht - Dörte sah allerdings hauptsächlich hängende Testikel) und - was uns am besten gefiel - eine Video-Installation "The Clock" von Christian Marclay: Das ist ein 24-Stunden-Film, bei dem es sich um die Zeit dreht. Dazu sind Szenen aus unterschiedlichsten Filmen zusammengeschnitten, in denen die momentane reale Uhrzeit eine Rolle spielt. Klingt langweilig, ist es durch die guten Schnitte aber nicht. Ralf F. und Joachim B. und alle anderen Filmfans hätten ihre wahre Freude dran! Da man die Nachtstunden ja sonst nie zu sehen bekommen kann, hat das Guggenheim-Museum an 4 Terminen in diesem Jahr rund um die Uhr auf!


Anschließend sind wir durch die Altstadt zur Fischmarkthalle geschlendert. Es ist eine Markthalle, bei der wir uns fragten, wie alt sie wohl sei. Es sieht alles eher modern aus, aber mit sehr schönen Mosaik-Fenstern.


Mit der Straßenbahn fuhren wir zurück zur Zubizuri-Brücke und gingen dann zur Standseilbahn, die uns auf einen Aussichtspunkt von 250 Metern Höhe gebracht hat. Leider sind die Fotos von dort wegen des Gegenlichts einfach zu diesig geworden.




Inzwischen war es schon fast 16 Uhr und wir haben uns zur Schwebefähre aufgemacht. Die liegt ca. 10 Kilometer vom Zentrum entfernt und wir haben deshalb die Metro genommen. Diese Fähre hat nicht nur touristischen Charakter, sie ist das ganze Jahr über in Betrieb und wird fleißig genutzt, um die sonst notwendigen 20 Kilometer Umweg zu sparen. Also endlich eine Schwebefähre, die ich auch benutzen konnte!


Aber damit nicht genug, bei dieser Schwebefähre kann man auch mit dem Lift hochfahren und einen Panoramagang auf dem Querträger längslaufen.


Früher war dort oben ein Posten, der nach den Schiffen Ausschau hielt - heutzutage wird das mit Radar gemacht. Ich habe mich neben dem alten Aussichtsposten fotografieren lassen.


Von dort oben hat man auch ungewöhnliche Perspektiven, wenn die Fähre gerade unter einem längs fährt!


Jetzt haben wir uns endlich die Zeit genommen, auch etwas zu essen, denn das umfangreiche Programm war durch und ich hatte noch etwas Zeit, bis ich mein Fahrrad wieder abholen konnte. Die Jungs von Hirizikloak haben wirklich gute Arbeit geleistet und auch noch eine gebrochene Schraube am Gepäckträger getauscht, die ich noch gar nicht bemerkt hatte. Jetzt ist das leichte Rattern, dass ich den Reifen zugeschrieben hatte, auch weg.

Ein wirklich schöner Pausentag für mich, vielen Dank an Wim und Sabine für das Heraussuchen der Informationen! Dörte fand es allerdings etwas anstrengend und freut sich schon, dass ich jetzt bis zur nächsten Pause wieder 6 Tage radfahre!

Kommentare:

  1. Ah, da ist ja auch der Lederhut wieder, ich hatte ihn schon vermisst.
    Elke

    AntwortenLöschen
  2. Hallo Ehepaar Rüten-Budde,
    das war sicherlich ein toller Tag, die beeindruckenden Bilder zeigen es. Und das Wetter spielt auch mit - tja, wenn Engel reisen...
    Weiterhin gute Fahrt - möglichst ohne Pannen. Ich freu mich schon auf die nächsten Blogs.
    Liebe Grüße
    Heide Lemmermann

    AntwortenLöschen
  3. Lieber Jan,
    du bist ein echter Glückspilz. Richard Serra ist ja einer meiner Lieblingskünstler. (Seine Skulpturen standen früher in Marl rum, bis die wütende Volksseele den Verkauf des Schrotts verlangte.) The Clock hört sich auch interessant an. War für die bestimmt anstrengender als das Fahrradfahren. Mir tun die Knie weh bei der Vorstellung von 1500m Steigung, aber beneiden tue ich dich doch… Vielleicht passen wir dich irgendwo auf der Strecke noch mal ab.

    Gruß,
    Ralf

    AntwortenLöschen
  4. Hallo Jan
    die elegantere Erklärung wäre gewesen, durch dein schnellere Fahren haben die Speichen mehr auszuhalten, ist auch physikalisch korrekt. v-Quadrat

    gruß
    Martin

    AntwortenLöschen