Sonntag, 11. Mai 2014

Tag 86: Baia Domizia - Pompei, 107 km

Heute bin ich dem dicken Verkehr rund um Neapel mit einem einfachen Trick ausgewichen: Ich bin einfach hintenrum um den Vesuv gefahren. Meist hatte ich dann sehr kleine Landstraßen, nur in den Ortschaften musste ich beim Verkehr achtgeben. Teilweise waren es innerorts kilometerlange Straßen mit Geschäften und praktisch jeder fuhr mit dem Auto zum Einkaufen. Nur dass dafür gar keine Parkplätze vorhanden sind, was zu phantasievollem Parken in zweiter und dritter Reihe führt! Entsprechend viel Gedränge und Staus gab es dann natürlich auch.

Ich bin in einem weiten Bogen um den Vesuv herumgefahren, um dann aus nordöstlicher Richtung darauf zuzufahren. Die Lavafelder sind schon ziemlich beeindruckend und gerade in einer darunter liegenden Ortschaft wirken sie auch bedrohlich.


Im nächsten Ort wurde ich durch einen Umzug aufgehalten. Ich konnte nicht rausfinden, um was es eigentlich ging, offensichtlich waren verschiedene Ortsteile mit unterschiedlich farbigen T-Shirts involviert. Viel Musik, viel Trillerpfeifen und auch die Nationlhymne wurde gesungen.


Der einzige Nachteil der Streckenwahl war das merkwürdige Pflaster in den Ortschaften. Es ist diagonal angeordnet und so ausgewaschen, dass man meinen könnte, die Römer hätten es schon gelegt. Das hat ganz schön geholpert auf dem Fahrrad!


Anmerkungen von Dörte
War heute Mittag zum Essen in einem kleinen Restaurant direkt an der Straße und hab beobachet, wieviel im gegenüberliegenden pesce fresce Laden los war. Vor allem Muscheln wurden massig verkauft. Auffällig war, dass nur Männer einkauften.
Im Restaurant selbst wurde ich in ein Gespräch verwickelt - woher, wohin, Urlaub, Kinder -, schließlich schenkte man mir noch ein kleines Büchlein über Pompei. Dann erst fiel mir auf, dass ich Mitleid erweckt hatte: Fiesta de la mama und ich saß allein!!!
Landschaftlich ist mir nicht das Pflaster aufgefallen (obwohl der teils erbärmliche Zustand der Straßen auch eine Erwähnung wert wäre). Nein, ich frage mich, wo die guten alten Glas-Gewächshäuser hin sind. Kilometerweit ist die Landschaft mit Plastik zugemüllt und bei aufgegebenen Gewächshäusern flattert das dann halbverrottet - oder eben nicht verrottet - rum.
Zuletzt noch ein Wort zum Käse. Hier gibt es lauter Käsereien, in denen echter Büffel-Mozzarella hergestellt wird. Echt lecker.

Technische Anmerkungen:
Heute habe ich den 8000-km-Kettenwechsel durchgeführt. Und weil ich gerade dabei war, habe ich auch das Kabel für den Dynalader (den Akkulader mit dem Nabendynamo) erneuert, denn es war gerissen und der Stecker war abgefallen.

Das Tracking-Device bleibt morgen aus, weil wir einen Pausentag einlegen.

Korrektur:
Die Insel, die wir gemeinsam mit Elba und Korsika gesehen haben, war Capráia und nicht Capri. Capri liegt nämlich hier unten bei Neapel!

Kommentare:

  1. Mit "8000-km-Kettenwechsel" wird deutlich, dass du ja schon mehr als die Hälfte der Tour "abgefahren" hast. Herzlichen Glückwunsch & viel Spaß auf dem "Rückweg" ;-)

    Übrigens, es gibt noch Herausforderungen: auf SPON wird über zwei Männer berichtet, die von England nach Südafrika radelten http://goo.gl/Zdpn36 - Über 20.000 km an 501 Tagen, und am Ende kam da noch ein Kochbuch mit 65 Rezepten raus.

    Gruß aus Hamburg,
    Karl-Heinz

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  2. Hallo Karl-Heinz,

    danke für die Glückwünsche! Mir ist schon bewusst, dass die Hälfte der Strecke überschritten ist. Auf dem Rückweg fühle ich mich aber erst, wenn es vom Go-Kongress in Sibiu Richtung Heimat geht - ob nun durch die Ukraine oder durch Ungarn und die Slowakei.

    Und ein Kochbuch kommt dabei sicher ncht heraus: Wer will schon zerlegten Schokoladenosterhasen auf Weißbrot essen?

    Liebe Grüße auch an alle Kollegen
    Jan

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