Samstag, 24. Mai 2014

Tag 99: Torre Pedrera - Lido di Pomposa, 98 km

Heute früh hieß es Abschied nehmen vom Auto und von Dörte. Ersteres bedeutet, dass ich jetzt wieder mit großem Gepäck fahre, was mich 2-4 Stundenkilometer im Tempo kostet. Das Fahrrad fährt sich auch ganz anders und ich muss mich daran erst wieder gewöhnen. Letzteres ist natürlich viel schlimmer, deshalb gab es zum Abschied auch einen sehr langen Kuss. Irgendwie ist es jetzt doch schön, dass ich demnächst ein paar kurze Heimatbesuche habe, dann sehe ich Dörte schneller wieder!


Auf dem Weg kam ich am Meeresmuseum von Cesenatico vorbei. Im Kanal vor dem Museum haben sie historische Schiffe, die in der Adria verwendet wurden, ausgestellt. Und bei gutem Wetter spannen sie auch die Segel auf!


Die erste längere Pause (meine Standard-Bananen-Pause bei Kilometer 24 ;-)) habe ich in Cervia gemacht. Dort hat mich ein Cache in einen schönen Park geführt, der die Vergangenheit als Salinenstadt darstellen soll. Ein schwebendes Mosaik soll einen fliegenden Teppich mit zwei Salzbergen drauf darstellen.


Den ganzen Tag über hatte ich heute Probleme mit dem Weg, weil ich nicht wie vorgesehen auf der SS 16 fahren durfte. Da war ich dankbar über eine Fahrradausschilderung nach Ravenna. Der bin ich dann zunächst blind gefolgt und nach 5 Kilometern kam ich an derselben Stelle, nur in der anderen Richtung wieder vorbei! Ab dann habe ich doch mehr auf den Sonnenstand geachtet!


Plötzlich war er wieder da, der schöne Blütenduft, den ich die letzten beiden Tage auf dem Campingplatz schon genossen hatte. Was das für ein Baum war, konnte ich allerdings nicht identifizieren. Immerhin habe ich ihn jetzt fotografiert. Die Blätter sind ähnlich wie bei Olivenbäumen und die Blüten sind sehr klein und weiß.


Bevor ich Ravenna erreichte, musste ich noch einen zweiten Umweg machen. Aus der Radfahrwegweisung wurde eine Wegweisung für Mountainbikes. Erkennbar war das daran, dass auf den Schildern jetzt auch Bäume abgebildet waren und der Weg zu einem 30 cm breiten Trampelpfad wurde. Ravenna mit seinen historischen Bauten hat mir gut gefallen.


Hier gibt es eine ganze Reihe von Kanälen und Flüssen, die ich kreuzen muss. Bei den meisten sind wieder diese stationären Netze installiert. Heute sah ich ein Netz mit einem Fischreiher drauf, der dann den einzigen gefangenen Fisch dem Fischer vor der Nase wegschnappte. Warum gibt das nur so viele dieser Netze, das kann sich doch nicht lohnen oder?


Der Zeltplatz liegt wieder am Strand. Die Strände sind hier quadratisch, praktisch und streng geregelt, genauso wie bei Rimini. Mit einbetonierten regelmäßig angeordneten Sonnenschirmständen.


Technische Anmerkungen:
Heute hat das Tracking-Device mal wieder neue Batterien gefordert, das ist jetzt der vierte Satz. Und am Fahrrad habe ich den vorderen Umwerfer ausgerichtet und justiert, bei einigen Gängen schrabbte die Kette daran entlang.

Kommentare:

  1. Hallo Jan, danke für das Foto von der Pflanze im Blog, so kann ich schnell weiterhelfen.
    Es handelt sich um Eleagnus angustifolia die Schmalblättrige Ölweide. Sie gehört zur Familie der Ölweidengewächse und ist daher mit dem Sanddorn näher verwand als mit der Olive Olea europeaa die wiederum zur Familie der Ölbaumgewächse gehört.
    Sie würde theoretisch sogar in Reinbek wachsen praktisch aber nur wenn Sie auch gegossen wird.

    Schade für Dich, schön für mich das Dörte wieder kommt. Ich bin in meinem Büro schon ganz vereinsamt. ;-)

    Wieso Heimatbesuche? Wann Unterbrichtst Du Deine Tour den?

    Viele Grüße
    Matthias

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  2. Hallo Jan,
    ich habe deinen Blog vor einigen Tagen zufällig entdeckt und bin dir regelmäßig gefolgt.
    Alles Gute für deine weitere Tour von einem ehemaligen Kollegen (das ist ziemlich genau ein Vierteljahrhundert her ...)

    Beste Grüße
    Carsten

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  3. Hallo,

    erst einmal vielen Dank an Matthias für die schnelle Auskunft. Zum Glück klingt das nicht so, als ob man im Biologieunterricht nur geschlafen hätte! Man muss sich nicht unbedingt schämen, die schmalblättrige Ölweide nicht zu kennen, oder?

    Carstens Kommentar hinterlässt bei mir ein paar Rätsel: Vor genau 25 Jahren habe ich gar keinen Job gewechselt! Schick doch mal eine E-Mail an jan (at)rueten-budde.de!

    Gruß Jan

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  4. Ach, zu den Heimatbesuchen wollte ich noch was sagen:
    31. Mai: Hochzeitsfeier von Dörtes Schwester Vera
    27. Juni: Diplomverleihungsfeier für Beke
    Mitte Juli: Eine Woche Vier-Tage-Märsche in Nimwegen

    Gruß Jan

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